Jahresabschluss Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten

  • Hallo,


    wenn ich eine Schlußbilanz mit Taxpool erstelle werden mir auf der Passiv-Seite die Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten unter Sonstige Verbindlichkeiten angezeigt.


    Beispiel:


    1576 Abziehbare Vorsteuer 19% -1000 €

    1776 Umsatzsteuer 19 % 500 €

    1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer 1000 €


    In dem Beispiel habe ich also eine Umsatzsteuerforderung (Erstattunganspruch gegenüber dem Finanzamt) in Höhe von 500 € über die Umsatzsteuererklärung und Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer (über Umsatzsteuervoranmeldungen) in Höhe von 1000 €. Wenn ich nun von Taxpool die Eröffnungsbuchungen im neuen Jahr erstellen lasse bucht er den Saldo aus den beiden Konten 1576 und 1776 (500 €) auf das Konto 1545 Umsatzsteuerforderungen, also 1545 (Umsatzsteuerforderungen) an 9000 (Saldenvorträge Sachkonten) 500 €. Das Konto 1545 ist aber ein Aktiv-Konto und wird mir in der Eröffnungsbilanz auf der Aktivseite angezeigt. Dadurch erhöht sich der Bilanzwert um 500 € und Schlussbilanz und Eröffnungsbilanz stimmen nicht überein. Wo liegt da der Fehler und wie kann ich diesen am besten beheben?

    Verwendeter Kontenrahmen: SKR03

    Versteuerungsart: Sollversteuerung

    Gewinnermittlungsmethode: Betriebsvermögensvergleich

  • Bitte möglichst gleich das passende Unterforum auswählen. Bei Buchhaltungsfragen, z. B. BILANZ, EÜR, E-Bilanz: Für Fragen zu Programmfunktionen bitte das passende Unterforum aus dem Bereich "Programm-Menü".

    Quote

    Bevor in einem anscheinend passenden Forenbereich ein Beitrag erstellt wird sollten:

    1. die als "angepinnte Themen" gegebenen Infos gelesen (und befolgt) werden.

    2. die Informationen aus dem zum Forenbereich passenden "Hilfe Link" gelesen werden. Dadurch beantworten sich schon viele oft gestellte Fragen.

    Ich verschiebe mal zu dem Forenbereich der der genutzten Programmfunktion entspricht und wo auch im Forum die entsprechende Hilfeseite verlinkt ist.

    von Taxpool die Eröffnungsbuchungen im neuen Jahr erstellen lasse

  • Hier die Hilfen sollten die Funktionsweise und Besonderheiten beim Erstellen der Eröffnungsbuchungen verdeutlichen.


    Eröffnungsbuchungen

    und

    Eröffnungsbuchungen berechnen

    und

    Umsatzsteuer-Zahllast/Vorsteuer-Überschuss: Beteiligte Konten konfigurieren

  • Vielen Dank für die Antwort und Hilfe. Ich nahm an, dass sich das Problem durch eine enstprechende Buchung lösen lässt, deshalb hatte ich dies unter Buchhaltungsfragen gepostet. Ich habe das Konto 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen jetzt zu Umsatzsteuer-Zahllast/Vorsteuer-Überschuss: Beteiligte Konten konfigurieren hinzugefügt. Daurch werden jetzt alle Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten (1576, 1776, 1797) bei der Eröffnungsbilanz saldiert und der entsprechende Betrag aus dem Beispiel in Höhe von 500 € ist auf der Passivseite auf dem Konto 1790 Umsatzsteuer Vorjahr. Die Eröffnungsbilanz entspricht damit der Schlußbilanz.


    Mir wäre es allerdings grundsätzlich aus Gründen der Übersichtlichkeit lieber wenn die Umsatzsteuerforderung (Umsatzsteuererklärung) und die Umsatzsteuerverbindlichkeit (Umsatzsteuervoranmeldungen November und Dezember) im neuen Jahr auf getrennten Konten wären. Also die Umsatzsteuerforderung aus der Umsatzsteuererklärung in Höhe von 500 € auf Konto 1545 Umsatzsteuerforderungen und die Umsatzststeuerbindlichkeit aus den Umsatzsteuervoranmeldungen November und Dezember in Höhe von 1000 € auf Konto 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer. Dadadurch wäre aber auch die Bilanzsumme um 500 € höher, da die Forderung auf der Aktivseite steht und nicht auf der Passivseite saldiert wird. Geht das irgendwie, also kann man das machen und was müsste ich da genau am Jahresanfang oder evtl. am Jahresende buchen?


    Dann habe ich auch gleich noch eine weitere Verständnisfrage in diesem Zusammenhang. Meines Wissens nach werden normalerweise alle Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten am Jahresende auf das Konto 1789 Umsatzsteuer laufendes Jahr umgebucht. Gibt es da in Taxpool eine Funktion dafür bzw. einen Automatismus oder muss ich ggfs. alle Vor- und Umsatzsteuerkonten manuell auf 1789 Umsatzsteuer laufendes Jahr umbuchen?

    Verwendeter Kontenrahmen: SKR03

    Versteuerungsart: Sollversteuerung

    Gewinnermittlungsmethode: Betriebsvermögensvergleich

  • Hallo Payday, man kann zwar alles von Hand dahin buchen wo man es haben will, aber das macht ja kaum jemand. Das Programm übernimmt die Vorträge zu Erstellen und dabei auch Saldiert auf andere Konten vorzutragen, wie in den Hilfen beschrieben. Es lassen sich ja auch die Konten, auf die Vorgetragen werden soll vorgeben.


    Das Konto 1545 ist aber ein Aktiv-Konto und wird mir in der Eröffnungsbilanz auf der Aktivseite angezeigt.

    Wenn sich aus den verrechneten USt-Konten ein Guthaben beim Finanzamt ergibt, dann ist das aber doch auch ein "sonstiger Vermögensgegenstand".

    Daran ist nichts falsch.

    Dass beim Saldierten von Forderungen und Verbindlichkeiten eine Bilanzverkürzung (Verringerung der Bilanzsumme) eintritt ist ganz normal. Das bedeutet ja nicht, dass Deine Bilanz nicht stimmt/aufgeht.


    Um im neuen Jahr unter 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen diese dort stehen zu haben und

    unter 1790 Umsatzsteuer Vorjahr den Betrag der zu zahlenden Abschlusszahlung zu haben, brauchst Du nichts anderes tun, als Deine Verrechnung zurückzunehmen, die Du vorgenommen hast:

    Ich habe das Konto 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen jetzt zu Umsatzsteuer-Zahllast/Vorsteuer-Überschuss: Beteiligte Konten konfigurieren hinzugefügt.


    Zu den erfragten Umbuchungen

    Dann habe ich auch gleich noch eine weitere Verständnisfrage in diesem Zusammenhang. Meines Wissens nach werden normalerweise alle Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten am Jahresende auf das Konto 1789 Umsatzsteuer laufendes Jahr umgebucht. Gibt es da in Taxpool eine Funktion dafür bzw. einen Automatismus oder muss ich ggfs. alle Vor- und Umsatzsteuerkonten manuell auf 1789 Umsatzsteuer laufendes Jahr umbuchen?

    ... die werden eben automatisiert, allerdings nicht erst auf 1789 "USt lfd. Jahr" im alten Jahr, sondern beim Vortrag ins neue Jahr auf "USt Vorjahr" gemacht.

    Allerdings gibt es unterschiedliche praktikable Wege des Verbuchens der USt. Manche richten für das FA soger einen Kreditor ein. Eine allgemeingültige Buchungsanweisung gibt es nicht wirklich. Da kocht jeder sein Süppchen, wie es für Ihn am einfachsten ist und das muss man dann bei den Abschlussbuchungen berücksichtigen.

    Beiträge stellen keine rechtliche Beratung dar, sie sind lediglich Meinungsäußerung des Verfassers. Das Urheberrecht für durch mich erstellte Inhalte in Themen und Beiträgen verbleibt, ungeachtet der eingeräumten Rechte an den Forenbetreiber, bei mir. Weitere Infos über mich.

  • Vielen Dank für die Erläuterungen. Diese haben mir sehr weitergeholfen und ich glaube jetzt habe ich es kapiert. :) Der entscheidende Tipp war, dass ich dies einfach am Jahresanfang umbuchen kann. Den Gedanken hatte ich natürlich auch schon, aber ich nahm fälschlicherweise an, dass sich so eine Umbuchung am Jahresanfang auch auf die Eröffnungsbilanz auswirkt und diese dann nicht mehr stimmt. Aber das ist ja gar nicht der Fall. :D Also um bei meinem obigen Beispiel zu bleiben buche ich dann einfach am Jahresanfang die 1000 € von 1790 an 1797. Damit habe ich auf dem Konto 1797 die Verbindlichkeiten aus den Umsatzsteuervoranmeldungen und auf dem Konto 1790 verbleibt die Forderung von der Umsatzsterklärung. Genauso wollte ich es haben. :)

    ... die werden eben automatisiert, allerdings nicht erst auf 1789 "USt lfd. Jahr" im alten Jahr, sondern beim Vortrag ins neue Jahr auf "USt Vorjahr" gemacht.

    Allerdings gibt es unterschiedliche praktikable Wege des Verbuchens der USt. Manche richten für das FA soger einen Kreditor ein. Eine allgemeingültige Buchungsanweisung gibt es nicht wirklich. Da kocht jeder sein Süppchen, wie es für Ihn am einfachsten ist und das muss man dann bei den Abschlussbuchungen berücksichtigen.

    Ich hatte hatte schon vermutet, dass ich da beim Jahresabschluss nichts weiter buchen muss, wollte mich allerdings noch einmal vergewissern. Wenn ich das richtig verstehe kann ich die Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten am Jahresende einfach so stehen lassen und muss nichts weiter zum Jahresabschluss buchen, da das von Taxpool automatisch saldiert wird und der Vortrag auch mit den Eröffnungsbuchungen automatisch erfolgt.

    Verwendeter Kontenrahmen: SKR03

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    Gewinnermittlungsmethode: Betriebsvermögensvergleich

  • Was Du machst ist doch doppelgemoppel. :-)


    Erst läßt Du durch Deine spezielle Kontenzuordnung das Konto 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen ins nächste Jahr unter 1790 Umsatzsteuer Vorjahr vortragen (also buchen) um es dann im neuen jahr von 1790 wieder auf 1797 zu bringen.


    Nochmal: Das nun alle Beträge saldiert auf 1790 erscheinen hast Du doch erst selbst so eingestellt. Siehe in deinem Beitrag #4. Mach das Rückgängig und du brauchst am Jahresanfang nicht wieder zurückbuchen.

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  • Das Problem ist, dass wenn ich das rückgängig mache meine Eröffnungsbilanz nicht mehr mit der Schlussbilanz übereinstimmt. Das war ja auch mein ursprüngliches Problem, das ich nicht ganz verstanden hatte wie ich das löse. Ich hatte ursprünglich das Konto 1797 von der Saldierung ausgeschlossen. Dadurch erhöht sich aber die Eröffnungsbilanz um 500 €, da diese 500 € die ich durch die Umsatzsteuererklärung noch zurück erhalte auf dem Konto 1545 Umsatzsteuerforderungen landen, was ein Aktivkonto ist. In der Schlussbilanz sind diese 500 € als negativer Betrag mit auf der Passivseite enthalten, da alle Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten von Taxpool saldiert werden und sich auch insgesamt eine Verbindlichkeit bei der Saldierung ergibt. An der Schlussbilanz kann ich auch nichts mehr ändern.

    Verwendeter Kontenrahmen: SKR03

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    Edited once, last by payday ().

  • In der EDV-Buchhaltung werden Konten der Umsatzsteuer nicht mehr abgeschlossen, sondern lediglich per Saldo in die entsprechende Bilanzposition eingesteuert. Dies geschieht beim Vortrag ins neue Jahr. Bilanzidentität bedeutet jedoch nicht, dass identische Bestandskonten vorgetragen werden müssen.


    Ich hatte ursprünglich das Konto 1797 von der Saldierung ausgeschlossen.

    Wenn ich richtig vermute, hast Du also vor der Bilanz die Standardeinstellung in Taxpool bewußt verändert, was Du bei Deiner Frage in #1 aber nicht erwähnst. Folglich kommt auch keiner hinter die Ursache.

    Dann erst hast Du den Standard wieder hergestellt und es liest sich als hättest Du ihn jetzt erstmalig verändert.

    Ich habe das Konto 1797 Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer-Vorauszahlungen jetzt zu Umsatzsteuer-Zahllast/Vorsteuer-Überschuss: Beteiligte Konten konfigurieren hinzugefügt.

    Nun blicke ich aber auch nicht mehr durch, welche Bilanz von wem mit welchen Zuordnungen stammen. Ich erinnere mich, Du hattest schon mal etwas mit dem Angleich der Bilanz an die des StB.

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