Buchung Eingangsrechnung über Kunden/Lieferantenverwaltung - Vorsteuer wird schon bei Erfassung der Eingangsrechnung gebucht und nicht erst bei Buchung der Zahlung

  • Bei Buchung einer Eingangsrechnung wird die Vorsteuer gleich und nicht wie gewünscht erst bei Buchung der Zahlung gebucht.

    Beispiel: Bei Erfassung einer Eingangsrechnung in der Kunden/Lieferantenverwaltung wird 4909 (Fremdleistungen) an 70004 (Kreditor/Lieferant) gebucht und die Umsatzsteuer erscheint im Soll auf 1576 (Abziehbare Vorsteuer 19%). Dadurch habe ich die Vorsteuer auch gleich auf der Umsatzsteuervoranmeldung was ich nicht möchte, sondern erst wenn ich die Zahlung buche. Die Buchung der Zahlung lautet dann 70004 an 1390 (Verrechnungskonto Ist-Versteuerung).

    Einstellungen:

    "Bei Ist-Versteuerung und EÜR Vorsteuer bei Kreditoren bei Rechnungseingang buchen“ ist inaktiv.

    Der Schalter bei „Verrechnungskonto nutzen“ ist ebenfalls inaktiv.



    Eigentlich sollte doch die Vorsteuer bei dieser Einstellung erst bei Zahlungsausgang, also bei Zahlung der Rechnung gebucht werden. Wo liegt mein Fehler?

    SKR 03, EÜR, Ist-Versteuerung, Einzelunternehmen, Taxpool-Buchhalter EÜR

    Edited once, last by jemu75 (August 18, 2025 at 2:34 PM).

  • Wurde beachtet, dass gewisse Einstellungen fixiert sind und Änderungen daran sich auf vorhandene Buchungen nicht auswirken?


    Buchungskriterien fixieren:

    Damit eine bereits erstellte Rechnung nicht nach dem Umstellen z.B. der Einstellung Bei Ist-Versteuerung und EÜR mit Debitoren/Kreditoren buchen beim Zahlungseingang nach anderen Regeln bucht, als zum Zeitpunkt der Einstellung, sind beim Anlegen eines Rechnungseintrags die Gewinnermittlungsart, die Besteuerungsart und die erwähnte Einstellung abgespeichert.

    Beim Ändern des Eintrags mittels des Speichern-Schalters werden die generierten Buchungen bei evtl. Veränderung der Buchungskriterien nur dann angepasst, wenn diese Einstellung deaktiviert ist.

  • Wurde beachtet, dass gewisse Einstellungen fixiert sind und Änderungen daran sich auf vorhandene Buchungen nicht auswierken?

    Buchungskriterien fixieren:

    Damit eine bereits erstellte Rechnung nicht nach dem Umstellen z.B. der Einstellung Bei Ist-Versteuerung und EÜR mit Debitoren/Kreditoren buchen beim Zahlungseingang nach anderen Regeln bucht, als zum Zeitpunkt der Einstellung, sind beim Anlegen eines Rechnungseintrags die Gewinnermittlungsart, die Besteuerungsart und die erwähnte Einstellung abgespeichert.

    Beim Ändern des Eintrags mittels des Speichern-Schalters werden die generierten Buchungen bei evtl. Veränderung der Buchungskriterien nur dann angepasst, wenn diese Einstellung deaktiviert ist.

    Ich habe die Einstellungen und Kunden/Lieferanten alle festgelegt, bevor ich mit den Buchungen begonnen habe (ab dem Wirtschaftsjahr 2025). Danach habe ich nichts mehr geändert. Die Jahre davor habe ich ohne Debitor/Kreditor manuell gebucht.

    Dieses Verhalten tritt ausnahmslos bei allen Eingangsrechnungen und nicht nur bei einer Rechnung auf.

    SKR 03, EÜR, Ist-Versteuerung, Einzelunternehmen, Taxpool-Buchhalter EÜR

    Edited once, last by jemu75 (August 18, 2025 at 3:57 PM).

  • Ich denke, der Haken bei "Verrechnungskonto nutzen" muss gesetzt werden. Siehe auch die Hilfe dazu, wenn die Einstellung "bei Rechnungseingang" inaktiv ist, wird das Verrechnungskonto offenbar benötigt:

    Gruß
    Lisa

  • Ich denke, der Haken bei "Verrechnungskonto nutzen" muss gesetzt werden. Siehe auch die Hilfe dazu, wenn die Einstellung "bei Rechnungseingang" inaktiv ist, wird das Verrechnungskonto offenbar benötigt:

    Gruß
    Lisa

    Das scheint sich nur auf Ausgangsrechnungen zu beziehen und wenn ich ein Verrechnungskonto nutze, könnte es Probleme beim DATEV-Datenaustausch geben.

    Verrechnungskonto nutzen:

    Standardmäßig nutzt das Programm bei EÜR und Ist-Versteuerung bei Ausgangrechnungen ein Verrechnungskonto damit Erlöse erst zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs gebucht werden.

    Da die meisten anderen Buchhaltungsprogramme mit nicht-fälliger Steuer buchen und die Buchung mit dem Verrechnungskonto Probleme beim Austausch mit DATEV verursachen kann, ist alternativ auch die Buchung mit nicht-fälliger Steuer möglich.

    SKR 03, EÜR, Ist-Versteuerung, Einzelunternehmen, Taxpool-Buchhalter EÜR

  • Ich habe es gerade ausprobiert, wenn "Verrechnungskonto nutzen" aktiviert wird, erfolgt der Vorsteuerabzug wie gewünscht erst bei Zahlung, andernfalls bereits bei Verbuchen der Eingangsrechnung.

    Ich erinnere mich nicht, ob das Verhalten sich in Taxpool dazu verändert hat. Irritierend ist der Hinweis in der Hilfe, nach dem das Verrechnungskonto bei Ausgangsrechnungen verwendet wird:

    Verrechnungskonto nutzen:

    Standardmäßig nutzt das Programm bei EÜR und Ist-Versteuerung bei Ausgangrechnungen ein Verrechnungskonto damit Erlöse erst zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs gebucht werden.

    Da die meisten anderen Buchhaltungsprogramme mit nicht-fälliger Steuer buchen und die Buchung mit dem Verrechnungskonto Probleme beim Austausch mit DATEV verursachen kann, ist alternativ auch die Buchung mit nicht-fälliger Steuer möglich.

    Die Problematik mit "nicht-fälliger Steuer" bezüglich Ausgangsrechnungen könnte dann also nicht mehr separat gesteuert werden.

  • Ja, aber die Einstellung Verrechnungskonto wirkt auch auf die Kreditorenrechnungen, nach unten scrollen, dort heißt es:

    Die im Zitat bezeichnete Einstellung inaktiv meint den Haken bei "Bei Ist-Versteuerung bei EÜR mit Kreditoren buchen", dieser Haken muss aktiv sein, und der Haken bei "Verrechnungskonto" muss gesetzt sein.

    Der andere Haken "Bei Ist-Versteuerung und EÜR mit Debitoren/Kreditoren bei Rechnungseingang buchen" darf nicht gesetzt sein.

    Wenn es so aussieht, werden die Kreditoren sowohl in der EÜR als auch die Vorsteuer erst bei Zahlungsausgang gebucht:

    Allerdings ist in der Firma, die ich hier so habe, DATEV-Export kein Thema. Da werden Kreditoren und Debitoren über das Verrechnungskonto 1390 gebucht, der Haken "Verrechnungskonto" wirkt also offenbar für Debitoren und Kreditoren, was in Deinem Fall ungünstig sein könnte. Falls das so zutrifft ( modular, Taxoloop), könntest Du nur überlegen, was wichtiger ist, Debitoren mit DATEV-Export oder Kreditoren mit Automatik.

    Gruß
    Lisa

    Edited 4 times, last by lisari (August 18, 2025 at 5:34 PM).

  • Ok... Würde sich dann auch das Verhalten beim Buchen von Ausgangsrechnungen ändern?
    Jetzt: Ich erstelle eine Ausgangsrechnung: 10000 an 8400
    Kunde zahlt, ich verbuche die Zahlung, es wird automatisch gebucht:
    1390 an 10000 und
    1766 an 1776.

    Dann wäre das DIE Lösung in der Hoffnung, dass es keine Probleme bei einem DATEV-Austausch geben würde.

    SKR 03, EÜR, Ist-Versteuerung, Einzelunternehmen, Taxpool-Buchhalter EÜR

  • Der andere Haken "Bei Ist-Versteuerung und EÜR mit Debitoren/Kreditoren buchen" darf nicht gesetzt sein.

    Du schreibst das der Haken nicht gesetzt sein darf, in deinem Screenshot ist er aber gesetzt? Ist das korrekt?

    Bei mir geht auch alles über 1390, nur wenn ich mal einen Steuerberater benötige, wollte ich einen sauberen DATEV-Export gewährleisten. Aber im Moment ist es so wie bei dir.

    SKR 03, EÜR, Ist-Versteuerung, Einzelunternehmen, Taxpool-Buchhalter EÜR

  • Allerdings ist in der Firma, die ich hier so habe, DATEV-Export kein Thema.

    Da ich auch keine EÜR an DATEV weitergebe habe ich die Verrechnungskontoproblematik auch nicht.

    Dennoch war mir aufgefallen, dass das Verrechnungskonto 1390 meiner Erinnerung nach ehemals nur für Ausgangsrechnungen eingestellt werden konnte, wärend der Vorsteuerabzug bei Eingangsrechnungen vom Programm grundsätzlich erst bei Zahlungseingang verwirklicht wurde, was - so dachte ich bisher - intern umgesetzt wurde.

    Das zitierte "Einstellung Inaktiv: Es wird mit dem Belegdatum der Rechnung zuerst an ein Verrechnungskonto gebucht, bei Zahlungsausgang werden der Aufwand und die Vorsteuer gebucht, z.B.:" betrifft die Einstellung

    "Bei Ist-Versteuerung und EÜR Vorsteuer bei Kreditoren bei Rechnungseingang buchen:"

    mit welchem separat der Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs auf den Rechnungseingang vorverlegte werden konnte.

    Nach dem wie es sich jetzt darstellt, wäre eine Kombination, für Ausgangsrechnungen mit "nicht-fälliger Steuer" statt Verrechnungskonto (wie für DATEV ggf. nötig) zu buchen und Eingangsrechnungen zu erfassen ohne das Verrechnungskonto zu nutzen (also VSt-Abzug erst bei Zahlung), nicht mehr möglich.

  • Du schreibst das der Haken nicht gesetzt sein darf, in deinem Screenshot ist er aber gesetzt? Ist das korrekt?

    Auch hier hat sich eine Veränderung vollzogen, die ich nur versuchen kann zu deuten.

    In neueren Programminstallationen ist diese Einstellung aktiv und kann nicht geändert werden (ausgegraut).

    In der Hilfe heißt es

    Quote

    Unter Buchungsregeln finden Sie die Einstellung Bei Ist-Versteuerung und EÜR mit Debitoren/Kreditoren buchen, die bewirkt, dass die Buchungen nicht vereinfacht an Finanzkonten, sondern mit Debitoren und Kreditoren gebucht werden.

    Hinweis: Diese Einstellung ist obsolet und bei neu angelegten Firmen nicht mehr verfügbar.

    Meiner Ansicht nach ist die Einstellung aktiv zu belassen, wie sie auch in meinem Test aktiv ist und (weil aktuelle installation) auch nicht abgewählt werden kann.

  • Btw zu empfehlen: Erstell Dir eine Kopie Deiner Firmendatei als Testspielwiese, in der Du diese Sachen einfach ausprobierst.

    Richtig! Man kann es nicht oft genug sagen. :)

    Vielleicht kann modular über die aktuellen Zusammenhänge der verschiedenen Einstellungen einen besseren Überblick geben.

    Nachtrag: Ich verschiebe mal zum Forenbereich Kunden und Lieferanten / Vorgaben

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